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Optimales Arbeiten mit 2 Monitoren

Hugo Bos (ergonoom)



Immer öfter arbeiten Computernutzer mit zwei Monitoren. Dies hat zahlreiche Vorteile: Lesen Sie den Artikel Ergonomie von Bildschirmen.
In diesem Artikel werden Fragen beantwortet wie: Wie tief muss der Schreibtisch sein, damit zwei große Monitore (z. B. zweimal 22 oder 24 Zoll) darauf nebeneinander Platz finden? Und wie steht es um den horizontalen Betrachtungswinkel beim Arbeiten mit zwei oder mehr nebeneinander stehenden Monitoren?

Sehabstand
Der Sehabstand sollte möglichst 60 cm oder mehr betragen. Er wird in erster Linie von der Zeichenhöhe bestimmt und sollte vorzugsweise das 150-Fache (und maximal 200-Fache) der Zeichenhöhe betragen. Eine Zeichenhöhe von 4 mm entspricht somit einem Sehabstand vom 60 cm. Ein relativ großer Sehabstand stellt für die Augen eine niedrigere Belastung dar, da die Augen sich weniger stark anzupassen brauchen, setzt jedoch entsprechend größere Zeichen auf dem Bildschirm voraus. Selbstverständlich sind bei der Ermittlung des optimalen Sehabstands auch die Faktoren Bildschirmqualität (Kontrast, Auflösung, Helligkeit etc.) sowie Sehstärke (Brille u. Ä.) zu beachten. An einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz ist der Monitor auf „jeden beliebigen“ Sehabstand positionierbar, sodass er dem Benutzer angepasst werden kann, und der Benutzer sich nicht dem Arbeitsplatz anpassen muss (indem er sich z. B. vorbeugt).

Bei zwei großen, nebeneinander stehenden Monitoren ist die Zeichengröße nicht zwangsläufig größer als bei kleinen Monitoren. Die Monitore brauchen somit nicht automatisch in größerer Entfernung zum Auge positioniert zu werden. Allerdings verdient in diesem Zusammenhang ein anderer Aspekt Beachtung: der horizontale Betrachtungswinkel.

Horizontaler Betrachtungswinkel
Gemäß NEN 894-2 liegt der optimale horizontale Betrachtungswinkel zwischen 0 und 15 ° und 0 und -15° (Bereich A). Der akzeptable Betrachtungswinkel liegt zwischen 0 und 30° und 0 und -30° (Bereich B). Der Bereich C ist nicht mehr ausreichend sichtbar.



Bei der Verwendung von 24-Zoll-Monitoren kann es leicht passieren, dass ein Teil des Bildschirms außerhalb des empfohlenen Winkels von 0-30° liegt. In der nachstehenden Skizze wird ein Arbeitsplatz dargestellt, bei dem sich zwei 24-Zoll-Monitore auf einem Sehabstand von 80 cm befinden.



Entscheiden Sie sich für 19- oder 20-Zoll-Monitore, kann die Gesamtbreite leicht um 20 cm reduziert werden, und liegen beide Bildschirme innerhalb des empfohlenen Betrachtungswinkels.
Möchten Sie jedoch mit zwei 22- oder 24-Zoll-Monitoren arbeiten, müssen Sie den Sehabstand auf 70-80 cm erhöhen. Außerdem sollte die Schreibtischtiefe bei 90 oder 100 cm liegen (Standardschreibtische haben eine Arbeitsplattentiefe von 80 cm).
Ein Monitorarm kann hier Abhilfe schaffen. Mit einem Monitor mit Fuß verliert man leicht 20 bis 25 cm, da der Fuß auf dem Schreibtisch steht. Ein Monitorarm bietet die Möglichkeit den Monitor weit nach hinten bis an die Schreibtischkante zu bewegen.

Positionen der Monitore
In der Praxis kommen häufig die beiden folgenden Anordnungen zum Einsatz:
1. Monitore gerade nebeneinander, damit der Benutzer den rechten und linken Monitor schnell erfassen kann.
2. Ein Hauptmonitor gerade vor dem Benutzer und ein zusätzlicher Monitor links oder rechts davon.

Fazit
Achten Sie darauf, dass Sie den Sehabstand bei zwei großen Monitoren (22 oder 24 Zoll) von 60 auf 70-80 cm vergrößern. So liegen beide Bildschirme innerhalb des Betrachtungswinkels.
Aus diesem Grund sitzt man im Kino lieber nicht in der ersten Reihe. Weiter hinten im Saal liegt die gesamte Leinwand innerhalb des horizontalen Betrachtungswinkels.
Viel Spaß an Ihrem neu eingerichteten Arbeitsplatz!

Tipp:
Testen Sie einen anderen Monitor mit der meistverwendeten Software. So können Sie die optimale Monitorgröße bestimmen.