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Arbeiten im Homeoffice – Wie ist der Status quo?

8 Fakten über die Arbeit im Homeoffice in Deutschland
Im Zuge der Corona-Krise ist im März 2020 der Anteil der deutschen Belegschaften, die komplett im Homeoffice arbeiteten, auf rund 60% angestiegen. Vor der Corona-Krise haben nur rund 40% der Belegschaften in Unternehmen teilweise von zu Hause gearbeitet. Laut einer Umfrage liegt das Potential für die Arbeit von zu Hause bei den Belegschaften theoretisch sogar bei rund 80%.

Die Aufforderung der Bundesregierung Ende März 2020 und die strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, führten dazu, dass Millionen von ArbeitnehmerInnen, von einem Tag auf den anderen, komplett von zu Hause arbeiten mussten. Für einige ein neues Phänomen, für andere eine (deutliche) Intensivierung ihrer Arbeit von zu Hause. 

Die intensive Arbeit von zu Hause wirkte sich unmittelbar nicht nur auf den Ort der Arbeit aus, sondern auch auf die Arbeitsumstände. Zum Beispiel, weil die ArbeitnehmerInnen zu Hause keinen guten und ergonomisch ausgestatteten Arbeitsplatz hatten. Mit dem Lockdown zum Ende 2020 wiederholt sich die Situation nun und wird sich die Arbeitswelt dauerhaft verändern. Nach einem Jahr voller Veränderungen stellt sich nun die Frage: „Wo stehen wir heute?“.  
1. Thema Kurzarbeit und Überstunden

Durchschnittliche Arbeitszeit in Deutschland 

In Deutschland konnte im Jahr 2020 insgesamt keine Zunahme von geleisteten Überstunden durch die Arbeit von zu Hause festgestellt werden. Dies ist auch durch das große Thema „Kurzarbeit“ bedingt, wodurch offiziell weniger Überstunden anfallen konnten. Internationale Studien zeigen aber, dass Mitarbeiter zu Hause im Schnitt ca. 50 Minuten mehr arbeiten. 
2. Sitz, sitz, sitz...
Physische Arbeitsbedingungen  
Bereits vor der Pandemie haben laut einer Studie 53,7% der Deutschen zur sogenannten Gruppe der „Dauersitzer“ gehört. Forscher betrachten viereinhalb Stunden Sitzen pro Tag als Schwellenwert, ab dem bestimmte Gesundheitsrisiken steigen. So werden auch die Befürchtungen der Forscher bestätigt, dass das Homeoffice in den Corona-Zeiten die Lage in den vergangenen Monaten zusätzlich verschlimmert habe. Viele Menschen haben nicht mehr die Möglichkeit wie im Büro, zu Kollegen rüber zulaufen, um eine Frage zu stellen.  

38% der befragten Erwachsenen gaben an, sich weniger zu bewegen, 19 %haben bereits an Gewicht zugelegt. Am meisten scheint die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen unter dem Lockdown zu leiden, hier erklärten 25% der Befragten, zugenommen zu haben.  
3. Output und No-Nonsense
Produktivität und Effizienz  
Arbeit von zu Hause bedeutet nicht, dass ArbeitnehmerInnen mehr Zeit für ihre normalen Tätigkeiten benötigten. Im Gegenteil, etwa 56 % gaben an, dass sie zu Hause produktiver sind und mehr Arbeit erledigen können.5 So sehen dann auch viele ArbeitnehmerInnen Vorteile, die sich aus der Arbeit im Homeoffice ergeben. Der am häufigsten genannten Vorteil ist der Zeitgewinn, der durch wegfallende Pendelzeiten entsteht (68%). Zudem sind 66% der Meinung, dass sie Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können und 65% können Ihre Arbeitszeit im Homeoffice besser über den Tag verteilen, z.B. abends länger arbeiten und am Nachmittag Sport treiben.
4. Zeit für Kreativität
Kreativität  
30% der Befragten empfinden die kreative Arbeit und die Zusammenarbeit an kreativen Projekten von zu Hause aus als schwieriger. Sieht man sich die Antworten geordnet nach Alter an, fällt auf, dass insbesondere den jüngeren ArbeitnehmerInnen die kreative Zusammenarbeit von zu Hause aus schwerer fällt als ihren älteren Kolleginnen und Kollegen. 
5. Videokonferenzen, die neue Meeting-Form
Mehr positive Erfahrungen mit Videokonferenzen 
In Zeiten von Corona verhindern Abstandsregeln und Lockdowns persönliche Kontakte. Ob im Privatleben oder im Berufsalltag, virtuelle Treffen sind zu einer weit verbreiteten Alternative geworden, um die Mitmenschen auch aus der Ferne weiterhin sehen zu können.

Der digitale Wandel wurde bei der Mehrheit der deutschen Unternehmen durch die Pandemie nicht nur positiv beeinflusst, sondern auch beschleunigt (55%). Eine Vielzahl der Firmen plant nicht nur das Homeoffice-Angebot zu erhöhen, sondern auch die Zusammenarbeit und Kommunikation in Arbeitsteams über alle Bereiche und Größenklassen hinweg zunehmend auf digitale Tools zu übertragen. In den letzten Monaten wurden vor allem Videokonferenzen zur Normalität im Arbeitsalltag und einer Umfrage zur Folge werden die digitalen Meetings zu den bleibenden Veränderungen gehören (64%). Hingegen werden Vor-Ort-Meetings bei dem Großteil der Unternehmen seltener angesetzt (59%) und stattdessen immer häufiger in den digitalen Raum verschoben.  
6. Ein guter Platz zum Arbeiten


Heimarbeitsplatz 
Die COVID-19 bezogenen Schutzmaßnahmen (wie z.B. Abstandsregeln) sind im Homeoffice weniger wichtig. Andererseits ist ein guter Arbeitsplatz für Heimarbeiter umso wichtiger: ein guter Schreibtisch, ein guter Bürostuhl und eine gute ergonomische Ausstattung für die Computerarbeit sind die Voraussetzung für eine gesunde Arbeit zu Hause. Dabei ist die Ausstattung entsprechend der Arbeitsanforderungen und der Arbeitsdauer zu wählen.

Die untenstehende Grafik zeigt, inwieweit Heimarbeiter für Ihre Arbeit von zu Hause von Ihren Arbeitgebern ausgestattet worden sind: Die Mehrheit der Heimarbeiter (92%) gaben an, dass sie alle technischen Geräte, wie Laptop, Smartphone, Headset und Kamera zur Verfügung gestellt bekommen haben. 88% stehen relevante Tools, Apps und Software zur Verfügung. Doch auffällig ist der geringe Anteil von nur 10%, die über die technischen Notwendigkeiten hinaus, auch ergonomisch von Ihrem Arbeitgeber eingerichtet wurden. 

7. Mehr Krankheit
Physische & psychische Beschwerden 
In Deutschland überwiegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und der Psyche. So waren bereits 2019 Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (21,2%) der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit, gefolgt von psychischen Erkrankungen (17,1%) und Erkältungssymptomen (14,5%). 
Es ist zu erwarten, dass die körperlichen und geistigen Beschwerden bei der Arbeit von zu Hause aufgrund der fehlenden ergonomischen Ausstattung, der Abnahme der natürlichen Pausen und der verringerten Bewegung weiter zunehmen werden. 
8. Elternteil, Partner, Freund, und Mitarbeiter in nur einer Umgebung 
Work-Life-Balance 
Um psychische Beschwerden in Schach zu halten, ist es wichtig, auf die Work-Life-Balance zu achten. Vor allem dann, wenn es keine klaren Grenzen zwischen dem Arbeitsplatz und dem privaten Umfeld gibt. Dort zu arbeiten, wo die Kinder spielen oder mit den Kindern zu spielen, wo der Arbeitsplatz ist, kann zu einer Verwischung zwischen Arbeit und Privatem führen. 

Ein wichtiges Merkmal für den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit ist die Arbeitszeit, inklusive der für den Arbeitsweg aufgebrachten Reisezeit. Deutschland landet laut einer OECD-Studie zur Work-Life-Balance im internationalen Vergleich auf dem neunten Platz. In Deutschland verwenden Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 15,6 Stunden auf Grundbedürfnisse wie Essen oder Schlafen und auf Freizeitaktivitäten (Treffen mit Freunden und Familie, Hobbys, Spiele, Computer, Fernsehen etc.). Dies ist mehr als der OECD-Durchschnitt von 15,0 Stunden. 
 
Andererseits herrscht in Deutschland eine stärkere Präsenzkultur als in anderen Ländern: Vor der Pandemie arbeiteten hierzulande deutlich weniger Menschen von zu Hause als andernorts. 45% der befragten Deutschen sind verärgert über die Tatsache, dass es erst einer Pandemie bedurfte, um mehr von zu Hause arbeiten zu können.
Rückblick: Ein Jahr Corona 
Was haben wir bei den Arbeitsbedingungen erreicht?  
 
Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen lassen sich die Veränderungen der Arbeitswelt in vier Phasen gliedern, die für viele Menschen durch den ersten Lockdown im Jahr 2020 ihren Anfang genommen haben. Davon wird in Deutschland zunehmend die dritte Phase erreicht, in der es um die Ergonomische Ausstattung, bei der Arbeit von zu Hause, geht. 
 
1. Zunächst mussten die technischen Arbeitsmittel und IT-Systeme bereitgestellt werden, um das Arbeiten von zu Hause überhaupt zu ermöglichen; 
2. Dann mussten ArbeitnehmerInnen einen geeigneten Platz zu Hause finden oder schaffen, um in Ruhe von zu Hause aus arbeiten zu können (wenn das überhaupt möglich war); 
3. Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass ArbeitnehmerInnen auf gesunde und nachhaltige Weise von zu Hause arbeiten können, ohne unnötige psychische und physische Gefährdungen. Hier liegt eine große Herausforderung für deutsche Unternehmen, da in Deutschland bislang 90% der ArbeitnehmerInnen angeben, keine ergonomischen Hilfsmittel für die Arbeit von zu Hause erhalten zu haben; 
4. Es ist noch nicht bekannt, wann diese Phase beginnen wird, aber es muss ein Zukunftsmodell in Betracht gezogen werden, dass sowohl die Vor- als auch die Nachteile der Arbeit von zu Hause berücksichtigt. Was ist die ideale Mischung aus Heim- und Büroarbeit? 
 
Während der ersten Phasen zeigt sich auch, dass eine Veränderung im Denken von Unternehmen und Führungskräften stattfindet. Viele Arbeiten, die vor der Pandemie noch als ungeeignet für die Arbeit von zu Hause eingeschätzt wurden, sind nun doch von zu Hause aus ausführbar. Auch der vermehrte Wunsch der Mitarbeiter zukünftig die mobile Arbeit von zu Hause oder das Homeoffice nutzten zu dürfen hat, durch die beschriebenen Veränderungen der
Arbeitswelt, zugenommen. 



Allerdings haben sich die physischen und psychischen Arbeitsbedingungen durch die Arbeit von zu Hause deutlich verändert. Die Mitarbeiter sitzen mehr und die fehlende ergonomische Ausstattung des Heimarbeitsplatzes führt zu physischen Beschwerden. Auch muss der Tatsache Beachtung geschenkt werden, dass von vielen Arbeitgebern eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit der MitarbeiterInnen im Homeoffice erwartet wird, obwohl diese nicht selbstverständlich ist (z.B. wenn die Räumlichkeiten fehlen oder Kinder zu Hause sind). Auch bei der kreativen Zusammenarbeit in Projekten gibt es Herausforderungen für Angestellte und Arbeitgeber, weil diese von vielen als schwieriger erfahren wird. 

Diese neuen psychischen und physischen Gegebenheiten, die sich aus der Arbeit von zu Hause ergeben, erhöhen den Bedarf an einer angemessenen Unterstützung für die ArbeitnehmerInnen durch den Arbeitgeber. Nicht zuletzt muss dem Umstand Sorge getragen werden, dass sich gewisse Anforderungen an den mobilen Arbeitsplatz zu Hause, aus dem Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsgesetz begründen und der Arbeitgeber somit verpflichtet sind, diese zu beachten.  

Neben diesen Herausforderungen gibt es auch viele positive Aspekte der Arbeit von zu Hause, sowohl für ArbeitnehmerInnen als auch Arbeitgeber. Untersuchungen zeigen, dass Produktivität, Zeitgewinn und Arbeitszufriedenheit steigen können, wenn Menschen die Möglichkeit bekommen auch von zu Hause aus zu arbeiten, ohne einer erhöhten Belastung ausgesetzt zu werden. Das führt idealerweise zu motivierteren Mitarbeitern, einem produktiveren Arbeiten und somit steigenden Gewinnen. 

Darum ist es wichtig jetzt dafür zu sorgen, dass ArbeitnehmerInnen auf gesunde und produktive Weise von zu Hause arbeiten können, ohne psychische und physische Probleme zu entwickeln, die sich daraus ergeben können. Diese Herausforderung kann durch ein regelmäßiges Pausen- und Bewegungscoaching sowie der Entlastung des Muskel-Skelett-Systems, durch ergonomische Hilfsmittel, gelöst werden. 



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