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Ergo Expert Talk: Levent Caglar

 
Als PDF herunterladen BakkerElkhuizen hat mit Levent Caglar, Ergonomie-Experte bei The Furniture Industry Research Association (FIRA) im Vereinigten Königreich, über aktuelle Trends in Sachen Ergonomie und Wissensarbeiter gesprochen. Im Folgenden wird Caglars Sicht auf vier Gebieten dargestellt:

1. Offene Büroräume
Offene Büroräume sind immer häufiger im Gespräch. Auch im Vereinigten Königreich sind sie Caglar zufolge ein großes Thema. Seiner Meinung nach sind jedoch nur große Unternehmen in der Lage dieses Konzept erfolgreich umzusetzen. „Ein gutes Beispiel für die Umsetzung offener Büroräume im Vereinigten Königreich ist die BBC. Der Umzug des Fernsehsenders von London nach Manchester wurde genutzt, um eine tätigkeitsbasierte Einrichtung der Räume zu realisieren. Die Mitarbeiter wählen ihren Arbeitsplatz jetzt auf der Grundlage ihrer Tätigkeiten. Bei der BBC gilt das Motto: „Man geht nicht zur Arbeit – man macht sie". Die BBC möchte der kreativste Ort der Fernsehwelt sein, flexibel und dynamisch, sodass die Mitarbeiter das Beste aus sich herausholen können.“



2. Flexibles Arbeiten
Eine wichtige Veränderung, die das flexible Arbeiten mit sich bringt, ist Caglar zufolge, dass Mitarbeiter mehr Verantwortung tragen. „Angestellte bestimmen immer häufiger selbst, wann und wo sie arbeiten. Mit anderen Worten: Für jede Aufgabe gibt es eine Deadline, aber wie man die Zeit einteilt, entscheidet man selbst. Mit dieser Freiheit muss man umgehen können. Schließlich werden wir seit dem Aufkommen von Geräten wie Smartphones und Tablets den ganzen Tag mit E-Mails überschüttet. Und Kollegen und Kunden erwarten meist auch noch, dass man schnell reagiert. Ein Mangel an Zeitmanagement kann da leicht zu Stress führen. Außerdem muss ein Wissensarbeiter auch noch wissen, wie er sich an jedem Ort einen komfortablen und effizienten Arbeitsplatz schaffen kann.

3. Ergonomische Hilfsmittel
Auf die Frage, ob Eingabegeräte wie Tastatur und Maus ergonomisch weiter verbessert werden können, antwortet Caglar, dass es interessant wäre die Hirnprozesse bei Aufgaben wie Schreiben, Diktieren und Tippen näher zu erforschen. „Ich höre immer mal wieder von Leuten den Wunsch mit Arbeitsgeräten sprechen zu können. Außerdem ist mir aufgefallen, dass Touchscreens gegenüber der effizienteren Computermaus als Eingabegerät bevorzugt werden. Wer am Bildschirm arbeitet, legt also mehr Wert auf geringeres Gewicht beim Reisen als auf den Vorteil des effizienteren Arbeitens.

Auch interessant ist die Tatsache, dass Ergonomie fast immer rekreativ zum Einsatz kommt: Wir unternehmen erst etwas, wenn schon Beschwerden entstanden sind. Um ergonomische Lösungen bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes und beim Arbeiten selbst auch präventiv anzuwenden, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Ergonomen und Designern denn auch willkommen.“



4. Gesetzgebung & Arbeitsbedingungen

Während es in den Niederlanden immer weniger Gesetze und Regelungen zum Schutz der Angestellten gibt, wächst Caglar zufolge im Vereinigten Königreich das Bewusstsein für Ergonomie. „Arbeitgeber erkennen die Vorteile und sind bereit in die Arbeitsumgebung und die Arbeitsmittel zu investieren. Vor allem für Wissensarbeiter sind gute Arbeitsbedingungen wichtig. Sind sie nicht zufrieden, so wechseln sie schnell in ein anderes Arbeitsumfeld bzw. zu einem anderen Arbeitgeber. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, um sie an das Unternehmen zu binden, ist ein wichtiges Ziel für Manager. Und dabei spielt Ergonomie eine große Rolle. Außerdem beobachte ich, dass Unternehmen Mitarbeiter dazu anregen aktiver zu werden. Ein Beispiel dafür ist die Bereitstellung von Duschen im Büro für Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Manche richten sogar einen Fitnessraum ein. Doch auch im Arbeitsbereich selbst wird der Bewegung mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Hier ist etwa an Sitz-Stehtische zu denken. Für die Zukunft erwarte ich, dass der mentalen Verfassung der Wissensarbeiter und dem Umgang mit zunehmendem Stress mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Zitat von Levent Caglar
„Die technologischen Fortschritte haben es möglich gemacht, dass Wissensarbeiter jederzeit von jedem Ort aus arbeiten können. Für Ergonomen besteht die große Herausforderung angesichts dieser sich verändernden Art zu arbeiten darin, Anhaltspunkte zu bieten und neue Ideen für unkonventionelle Produkte zu entwickeln, die der Gesundheit, dem Wohlbefinden und der Produktivität des Wissensarbeiters förderlich sind.“

Über Levent Caglar & FIRA
Levent Caglar ist bekannt für seine praktische Beratung von Wissensarbeitern in Fragen der Ergonomie sowie für seine Zusammenarbeit mit Designern bei der Entwicklung ergonomischer Produkte. Levent ist bei der FIRA (Furniture Industry Research Association) für die Ergonomie zuständig. Die Tätigkeitsbereiche der 1949 gegründeten FIRA sind: Forschung, Beratung, Entwicklung von Standards und Normen und Testen von Arbeitsplatz- und Büroeinrichtungsprodukten.





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