Wählen Sie Ihre Region

Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz

 
Als PDF herunterladen Trotz allerhand (Rechts-) Vorschriften zum Arbeitsschutz und der guten Sorgen der Lieferanten gibt es in den Büros nach wie vor sehr viele Bildschirmarbeitsplätze, die nicht ergonomisch eingerichtet sind. In diesem Artikel ist eine kurze Anleitung enthalten, wie Sie den Arbeitsplatz komfortabler und ergonomischer einrichten können.
Beachten Sie dazu die nachfolgenden Vorschläge und Richtlinien!

1. Arbeitstisch
Arbeitshöhe: Vorzugsweise mindestens zwischen 60 und 82 cm einstellbar, und bei Sitz-Steh-Tischen zwischen 60 und 125 cm (mindestens zwischen 62 und 120 cm). Der Tisch ist auf oder ein wenig unter Ellenbogenhöhe anzubringen. Ein Sitz-Steh-Tisch ist vor einem ordentlichen Schreibtisch zu bevorzugen.
Eine Arbeitsplatte, die zwischen 60 und 82 cm einstellbar ist, eignet sich für mindestens 90% der Benutzer. Personen, die an einem Sitz-Steh-Tisch arbeiten, brauchen weniger häufig (47% weniger) und weniger lang eine Pause (56% weniger), da sie weniger müde sind (Dainoff). Dadurch können sie an einem Tag länger und also produktiver arbeiten.

2. Stuhl
Sitzen: Der Stuhl soll mindestens die Norm NEN-EN 1335-1, vorzugsweise jedoch auch die Richtlinie NPR 1813:20034 erfüllen. Die Sitzfläche soll mindestens 15° nach hinten kippen. Der Winkel zwischen der Stuhllehne und der Sitzfläche soll - im Bereich des Beckens - weniger als 90° sein. Aus diesem Grund ist ein Kippstuhl vor einem Stuhl mit einer Synchronmechanik zu bevorzugen.
Bei einer Synchronmechanik kippen die Stuhllehne und die Sitzfläche im Verhältnis von 1:2, 1:3 oder 1:4, sodass die Sitzfläche der Stuhllehne gegenüber nur unzureichend nach hinten kippt (Bos, 2003). Dadurch entstehen Schubkräfte (Goossens 1995, 1997). Im Falle einer schrägen Sitzfläche wird diese Schubkraft stark reduziert, sodass vermieden wird, dass der Benutzer im Stuhl "hängt".



Der NPR 1813 ist eine Niederländische Norm für Bürostühle. Diese Norm ist in Europa nicht allgemein verbindlich. Wir empfehlen jedoch diese Norm ein zu halten, da der EN-1335 nicht ausreichtend ist für eine gute ergonomische Stuhl.

Armunterstützung: Während des Arbeitens am Computer sollen die Arme von komfortablen und höhenverstellbaren Armlehnen oder eventuell von der Arbeitsplatte ordentlich unterstützt werden.
Eine geeignete Armunterstützung führt zur Abnahme von (Schulter-) Beschwerden (Aaras, 2001, Cook, 1998, Karlqvist,1998), unter anderem weil die Durchblutung besser ist (Hagberg M, 1984). Im Falle der Anwendung einer Armunterstützung wird der Benutzer auch viel weniger schnell müde (Arndt, 1983).

3. Dokumenthalter
Positionierung der Dokumente: Die Dokumente sind in gerader Linie mit dem Bildschirm und der Tastatur aufzustellen, und beim Lesen und Schreiben ist eine einigermaßen schräge Arbeitsfläche zu verwenden.
Wenn gelesen wird, oder Daten in den Computer eingegeben werden (data entry), sind die zu Sehwinkel und Sehabstand festgelegten Aspekte zu berücksichtigen. Eine schräge Arbeitsfläche verringert die Biegung des Nackens (Dul 1992) und trägt damit zur Vermeidung von Beschwerden bei.

4. Fußstütze
Unterstützung der Füße: Eine Fußstütze hat die Norm DIN 4556 zu erfüllen (Stützfläche mind. 45 x 35 cm, Verstellbereich mind. 11 cm, Winkelverstellung 5-15°).
Wenn die Arbeitsplatte nicht oder nur unzureichend höhenverstellbar ist, ist manchmal eine Fußstütze erforderlich. Diese Fußstütze soll mindestens 45 cm breit und 35 cm tief sein und einen Verstellbereich von mindestens 11 cm haben. Außerdem soll der Neigungswinkel der Stützfläche zwischen mindestens 5 und 15 Grad verstellbar sein (DIN 4556). Bei flexiblen Arbeitsplätzen ist es von Bedeutung, dass die Fußstütze schnell und leicht eingestellt werden kann. Die Basic 952 Fußstütze ist mit einem Fußpedal ausgestattet, mit dem die Höhe einstellbar ist. Wenn der Benutzer sehr hoch sitzt und den Boden nicht berühren kann, ist es schwierig dieses Pedal zu erreichen. In diesem Fall kann die Footform Fußstütze eingesetzt werden.

5. Bildschirm
Auflösung, Größe und Zahl der Bildschirme: Der Pixel Pitch soll mindestens 0,25 mm und vorzugsweise größer als 0,28 mm sein. Sollten mehrere Anwendungen gleichzeitig benutzt werden, so ist es ratsam mit zwei Bildschirmen zugleich oder mit einem Breitbild-Bildschirm zu arbeiten.
Die Auflösung eines Bildschirmes zeigt an, aus wie vielen Pixels der Bildschirm aufgebaut ist. Je höher die Auflösung (Zahl der Pixels), desto schärfer das Bild. Es gibt allerdings auch eine Kehrseite: Eine hohe Auflösung bei gleich bleibender Bildschirmgröße führt zu kleineren Zeichen auf dem Bildschirm. Die Größe der Pixels auf dem Bildschirm wird auch in Pixel Pitch ausgedrückt. Der Pixel Pitch soll mindestens 0,25 mm und vorzugsweise größer als 0,28 mm sein.
Ansonsten sind die wichtigsten Spezifikationen:
• Kontrastverhältnis: vorzugsweise 1.000:1;
• Helligkeit: mind. 250 cd/qm, bei einem hohen Lichteinfall eventuell höher;
• Farbe Bildschirmgehäuse: helle, nicht reflektierende Farbe, also nicht schwarz;
• Energieverbrauch: vorzugsweise ≤ 25 W.

Dual screen?
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben: 10-15% höhere Produktivität, 33% wenigere Fehler, falls zwei oder drei Bildschirme eingesetzt werden (Research Productivity and Multiscreen Computer Displays - Janet Colvin u.a.). Statt mit zwei Bildschirmen kann eventuell auch mit einem Breitbild-Bildschirm gearbeitet werden.

6. Flachbildschirmarm
Sehabstand: Der Sehabstand soll mindestens 60 cm, vorzugsweise jedoch mehr als 60 cm betragen. Der Sehabstand wird von der Zeichenhöhe bestimmt, wobei der Sehabstand mindestens 200 und vorzugsweise 150 mal die Zeichenhöhe sein soll (eine Zeichenhöhe von 4 mm entspricht also einem Sehabstand von 60 cm).
Ein relativ großer Sehabstand ist für die Augen weniger belastend, da die Augen in diesem Fall nicht so stark zu akkommodieren brauchen, vorausgesetzt dass die Zeichen auf dem Bildschirm entsprechend größer werden (Owens and Wolf Kelly, 1987). Die Zeichen auf dem Bildschirm können manchmal vergrößert werden. So hat Word eine Zoomfunktion, mit der die Wiedergabe des aktiven Dokumentes vergrößert oder verkleinert werden kann. Größere Zeichen werden schneller als kleine Zeichen gelesen (Tullis et al., 1995). Kleine Zeichen auf dem Bildschirm verringern also die Produktivität (Jaschinski-Kruza, 1988).
Sehwinkel: Der ganze Bildschirm soll sich im Gebiet 10-20° unterhalb der Augenhöhe befinden.
Bei dieser Bildschirmposition können die Augen besser akkommodieren (Ripple, 1952) und konvergieren (Krimsky, 1948), und nimmt die Belastung der Augen ab (Tyrell and Leibowitz, 1990, Tsubota and Nakamori, 1993). Daneben werden durch diese Bildschirmposition allgemeine und Nackenbeschwerden reduziert (Kumar 1994; McKinnon 1994, Marcus 2002), während sie nicht zur statischen Belastung der Nackenmuskeln führt (Turville et al., 1998). Und auch nicht unwichtig: Die Produktivität ist etwa 10% höher (Sommerich et al., 1998).

7. Laptopständer
Laptop: Um ergonomisch und produktiv arbeiten zu können, ist der Laptop mit einem externen Bildschirm, einer getrennten (kompakten) Tastatur und einer getrennten Maus oder mit einem Laptopständer mit externer (kompakter) Tastatur und Maus zu kombinieren.
Ein Laptopständer hat eine positive Auswirkung auf die Haltung und trägt zu mehr Komfort bei (Boersma 2003, Lindblad 2003). Wissenschaftliche Studien aus Schweden (Lindblad 2003) zeigt, daß die Arbeit mit Laptophaltern von BakkerElkhuizen zu einer signifikant besseren Arbeitshaltung führen: 21% mehr Komfort, 32% weniger Nackenbelastung und 17% höhere Produktivität. Zur Schaffung eines optimalen Arbeitsplatzes ist ein 19" Flachbildschirm (mit Flachbildschirmarm) an den Laptop anzuschließen. Das soll insbesondere erwogen werden, wenn während längerer Zeit (über 4-5 Stunden am Tag) am Laptop gearbeitet wird.

8. Maus
Klicken und scrollen: Während des Klickens und Scrollens sind statische unnatürliche Haltungen (Extension und Ulnardeviation des Handgelenkes, Pronation des Unterarmes ) zu vermeiden. Die Maus soll sich möglichst nahe am Körper befinden.
Alle vorgenannten Haltungen sind Risikofaktoren zur Entstehung von Beschwerden am Handgelenk und dem Unterarm (Jensen 1998, Fernstrom 1997, Burgess-Limmerick 1999, Armstrom 1994). Wenn die Maus sich in geringerer Entfernung vom Körper befindet, werden der Nacken und die Schultern weniger belastet (Armstrom 1995, Cook 1998, Harvey 1997). Trackballs und Trackpoints sind eine größere Belastung für den Daumen. Insbesondere für ältere Arbeitnehmer sind sie keine gute Alternative zur externen Maus. Außerdem ist die Produktivität geringer als bei einer externen Maus, obwohl diese geringere Produktivität bei längerer Benutzung zu verschwinden scheint (Zöllner 1999).


9. Tastatur
Texteingabe: Die horizontale und vertikale Entfernung zu den Tasten soll mindestens 19 mm betragen. Während des Tastendruckes soll ein deutliches Feedback spürbar und/oder hörbar sein. Bei einer kompakten Tastatur ist die Entfernung zur Maus geringer. Für ‘Blindschreiber’ verbessert eine gespaltene Tastatur die Haltung der Handgelenke und Unterarme.
Wenn es ungenügend Feedback gibt, neigen Benutzer dazu bis 3,9 Male härter auf die Tasten zu drücken, als eigentlich notwendig ist. Das ist ein Risikofaktor zur Entstehung von Beschwerden am Unterarm und der Hand (Feuerstein, 1997, Gerard, 1996, 1999). Daneben führt dies dazu, dass der Benutzer mehr Fehler macht, sodass die Produktivität abnimmt (Feuerstein, 1997, Yoshitake, 1995).
Kompakte Tastaturen (Tastaturen ohne numerischen Teil, jedoch mit ähnlichem Abstand zwischen den Tasten wie bei einer traditionellen Tastatur) verringern die Entfernung zur Maus (Cook, 1998), reduzieren die Belastung des Unterarmes und werden als komfortabler als traditionelle Tastaturen empfunden (Van Lingen, 2003). Eine kompakte Tastatur ist eine vollwertige Alternative zur traditionellen Tastatur. Falls häufig numerische Daten einzugeben sind, kann ein getrennter numerischer Teil angewendet werden.
Eine ergonomisch gestaltete Tastatur kann zur Vermeidung von Beschwerden beitragen (Moore & Swanson, 2003), da die Haltung der Unterarme und Handgelenke besser ist (Riezebos, 1997).

Als PDF herunterladen
Interested in what you just have read?

16 Tipps für den idealen Arbeitsplatz

Eine ergonomische Einrichtung des Bildschirmarbeitsplatzes fördert den Komfort und die Produktivität. Mittels einer Reihe von kleinen Anpassungen lässt sich ein optimaler Arbeitsplatz schaffen.
Lesen Sie mehr

Die WORK & MOVE Bewegungssoftware sorgt bei der Arbeit für mehr Abwechslung zwischen Stehen und Sitzen

Kann man Menschen mit einer Software beeinflussen, die ihnen sagt, wann es Zeit ist, während der Arbeit aufzustehen oder sich hinzusetzen?
Lesen Sie mehr

Warum ein Monitorarm eine gute Ergänzung zu einem ergonomischen Arbeitsplatz ist

Ein ergonomischer Arbeitsplatz fördert den Komfort und die Produktivität der Bildschirmarbeitskräfte. Mit ein paar kleinen Anpassungen lässt sich ganz einfach der ideale Arbeitsplatz kreieren. Monitorarme sorgen für mehr Platz an Ihrem Arbeitsplatz und verbessern die Arbeitshaltung.
Lesen Sie mehr

UltraStand: ultimativer Komfort durch Verschmelzung mit Notebook

Der integrierte Notebookständer UltraStand wiegt nur 250 g, ist 2 mm dünn und lässt sich einfach an der Unterseite des Notebooks befestigen. 
Lesen Sie mehr

Eine bessere Arbeitshaltung mit einer kompakten Tastatur

Ein ergonomischer Arbeitsplatz fördert die Produktivität von Bildschirmarbeitern. Der ideale Arbeitsplatz lässt sich problemlos mit ein paar kleinen Anpassungen gestalten. Wir entwickeln hochwertige Tastaturen für gesunde Arbeitsplätze. Unsere Tastaturen verringern den Druck auf die Unterarme, wodurch Beschwerden vorgebeugt wird.
Lesen Sie mehr

Welche Maus ist die richtige für mich?

Der am häufigsten benutzte Gegenstand auf dem Schreibtisch ist immer noch die Computermaus. Da die Wahl einer Maus für jede Person unterschiedlich sein kann, finden Sie hier eine Übersicht.
Lesen Sie mehr
Registrieren Sie sich jetzt einmalig, um diesen Wissensbeitrag herunterzuladen.

Wussten Sie schon, dass Sie unsere Wissensbeiträge herunterladen können?

Sie brauchen sich nur einmal zu registrieren, um freien Zugang zu allen Downloads zu erhalten!
Bereits registriert?
E-Mail / Benutzername
Kennwort
Ich habe noch kein Konto?
Registrieren
Registrieren Sie sich jetzt einmalig, um diesen Wissensbeitrag herunterzuladen.

Wussten Sie schon, dass Sie unsere Wissensbeiträge herunterladen können?

Sie brauchen sich nur einmal zu registrieren, um freien Zugang zu allen Downloads zu erhalten!
Vorname
Insertion
Nachname
E-Mail
Kennwort
Please enter your email address and you will receive a new password within a few moments
E-Mail

Weitere Informationen

Name *
Firma
Postleitzahl
Telefon
E-Mail *
Nachricht *
Felder mit (*) sind Pflichtfelder
view catalog onlineOnlinekatalog einsehen download pdf catalogKatalog herunterladen