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Gute Vorsätze– Die Zukunft ist jetzt! Oder doch erst demnächst?


Als PDF herunterladen Gesund und fit werden, sparen, sich für eine bessere Umwelt einsetzen... Viele von uns sind gut im Formulieren von Zielen, aber sie zu verwirklichen, bleibt schwierig. Woran liegt das? Und was genau können wir daran ändern?

Der Mensch ist physiologisch und psychologisch darauf eingestellt, im Hier und Jetzt zu handeln; unsere Vorfahren überlebten, weil sie in der Lage waren, im entscheidenden Moment schnell auf Chancen und Gefahren zu reagieren. Wie Daphna Oyserman, Sozialwissenschaftlerin an der University of California, feststellte, hat dieser Fokus auf den jeweiligen Augenblick – im Gegensatz zum Tagträumen über zukünftige Ziele – dafür gesorgt, dass unsere Vorfahren nicht zur Beute der vielen Raubtiere auf ihrem Weg wurden.
Dieses Hier-und-Jetzt- Verhalten wird nur allzu deutlich, wenn wir versuchen, unsere neusten, guten Vorsätze in Taten umzusetzen. Das Bonbonglas am Arbeitsplatz kann man nur schwer widerstehen, obwohl man den guten Vorsatz hatte, nicht mehr zu naschen. Kein Wunder, denn Bonbons stehen zu lassen, hätte für unsere Vorfahren eine geringere Überlebenschance bedeutet. Haben Sie einen Hang zum Naschen, können Sie also behaupten, einfach einen gut angepassten Überlebensinstinkt zu haben!

In unserer westlichen Gesellschaft, mit reichlich Wasser und Nahrung, ungesunden Snacks im Überfluss und viel passivem Zeitvertreib, ist dieser „gut angepasste Überlebensinstinkt” leider katastrophal für unsere Überlebenschancen. Wir werden zu dick, leiden an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bekommen psychische Problemen. Diejenigen, die sich am stärksten auf die Zukunft fokussieren, scheinen in der heutigen Zeit größere Überlebenschancen zu haben.

Daphna Oyserman und ihre Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen der zeitlichen Fokussierung auf die formulierten Ziele einerseits sowie andererseits der Motivation und dem Engagement, diese zu verfolgen. In einer Studie, die die Neigung und Motivation zum Sparen für die Zukunft untersuchte, stellten die Forscher fest: Wenn die Zukunft in Tagen und nicht in Jahren dargestellt wurde, waren Menschen dem Sparen eher zugeneigt und auch motivierter. Oyserman erklärte, dass Jahre sich als weiter entfernt fühlen als Tage, und dass Tage sich für das „zukünftige Ich” näher anfühlen, wodurch es das Ziel relevanter macht.

In einem anderen Experiment fanden Oyserman und ihre Kollegen heraus, dass Umweltauswirkungen von Klimaforschern oftmals in Jahrhunderten dargestellt werden, aber diese Auswirkungen besser in Jahrzehnten dargestellt werden sollten, um die Motivation zu erhöhen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Der Grund für diesen Effekt liegt darin, weil Menschen diese Schätzung für genauer erachten und dadurch liefert es ein relevanteres Ziel. Die Forscher folgten daraus, dass wir trotz unseren Möglichkeiten eine entfernte Zukunft darzulegen und theoretisch etwas zu wollen, noch immer von Natur aus impulsiv sind und kurzfristige Ziele den langfristigen Zielen vorziehen.

Aber wie bringen wir dieses Wissen in Einklang mit der Tatsache, dass gute Vorsätze fast immer langfristige Ziele sind? Schließlich will man sein Leben im neuen Jahr mit neuen Chancen und neuen Möglichkeiten verbessern.

Oyserman stellt fest, dass insbesondere die Ergebnisse und Resultate der Ziele (fit sein, weniger CO² in der Atmosphäre, Geld auf der Bank für Pensionen/Enkelkinder) in allzu weit entfernter Zukunft zu liegen scheinen und für unser heutiges Ich nicht ausreichend relevant sind. Wie macht man sein langfristiges Ziel also im Hier und Jetzt relevant?

1) Verwenden Sie Metaphern, die die zurückzulegende Distanz konkreter machen. Sprechen Sie zum Beispiel von einem Weg, den Sie gehen werden; über eine festgelegte Route wandern Sie in Ihre Zukunft. Das bedeutet, dass mehrere nahegelegene Ziele gesteckt werden müssen und es zwangsläufig einige Hindernisse auf dem Weg gibt. Schließlich befinden sich auch auf der kürzesten Strecke einige Stolpersteine und zu überquerende Flüsse. Indem wir die nächsten Schritte vorhersagen, wird die Reise konkreter, wodurch Ergebnisse und Resultate greifbarer erscheinen. Das gibt einem das Gefühl der Kontrolle.

2) Visualisieren Sie Ihr zukünftiges Ich. Oyserman und Kollegen argumentieren, dass es effektiv ist, sich möglichst stark mit dem endgültigen Ziel zu identifizieren. Wie werden Sie sich fühlen, wenn Sie das Ziel erreicht haben, wie werden Sie sich verhalten, wie werden Sie aussehen? Je mehr Sie sich mit einem konkreten Ziel identifizieren, desto mehr fühlen Sie sich dem Ziel nahe und desto motivierter werden Sie sein. Orientieren Sie sich an einem Vorbild und lernen Sie von seinem/ihrem Weg zum Ziel.

3) Sind Sie schon auf dem Weg und verlieren Sie Ihre Motivation, weil das endgültige Ziel noch weit entfernt ist, können Sie sich selbst motivieren, indem Sie auf die bereits zurückgelegte Strecke zurückblicken. Woher kommen Sie, was haben Sie erreicht, was waren Meilensteine? Worauf sind Sie stolz? Was ist Ihr nächster Schritt auf dem Weg zu Ihrem Ziel, wie wollen Sie das angehen?

Auf Ihrer bereits zurückgelegten Strecke lernen Sie nützliche Dinge über Sie selbst sowie Ihre erfolgreichen und erfolglosen Strategien. Nutzen Sie dieses Wissen, um wieder auf den richtigen Weg zurückzufinden und arbeiten Sie Schritt für Schritt auf Ihr Ziel zu.

Wir haben noch immer viel mit unseren Vorfahren gemeinsam. Daher fällt es uns leichter, nahegelegen erscheinende Ziele zu verfolgen. Unsere langfristigen Ziele kommen somit oft immer noch ins Hintertreffen. Damit gute Vorsätze wahrgemacht werden können, ist es wichtig, das Ziel in die Nähe zu rücken, ein Gefühl der Kontrolle zu entwickeln und sich mit den Konsequenzen Ihrer harten Arbeit zu identifizieren. Die Zukunft liegt im Hier und Jetzt!

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