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Interventionen zur Bewegungsförderung am Arbeitsplatz


Als PDF herunterladen Zu den Nachteilen moderner Technologien gehört, dass wir einen Großteil des Tages im Sitzen verbringen. Autos, Laptops, Lieferdienste, Netflix und andere moderne Annehmlichkeiten bewirken, dass wir an einem durchschnittlichen Arbeitstag nur relativ wenig in Bewegung kommen müssen.

Ob langes Sitzen tatsächlich schädlich für den Körper ist, galt unter Forschern im medizinischen und psychologischen Bereich lange als umstritten. Deshalb steht uns heute eine wachsende Anzahl von Studienergebnissen über die physiologischen und kognitiven Folgen von bewegungsarmem Verhalten zur Verfügung. Unter bewegungsarmem Verhalten versteht man Aktivitäten, wobei sitzend oder liegend wenig Energie verbraucht wird. Schlafen fällt nicht in diese Kategorie. Diese Studien ergeben, dass Bewegung für einen gesunden Körper und einen wachen Geist unerlässlich ist. Zu den mit langem Sitzen verbundenen Gesundheitsrisikos gehören Rücken- und Nackenschmerzen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Stoffwechselstörungen. Außerdem steigt bei den sitzenden Testgruppen auch das Risiko auf eine depressive Erkrankung (Owen et al. 2012).

Wie lassen sich Bildschirmarbeiter während ihres Arbeitstages zu mehr Bewegung motivieren? Projekte zur Förderung von mehr Bewegung im Berufsalltag könnten einen Lösungsansatz darstellen.

Sowohl national als auch international gibt es dazu mittlerweile viele Angebote, wie Joggingprogramme und Bootcamps während der Arbeitszeit, der Einsatz von Fitness-Trackern sowie Körperscans mit entsprechender Beratung. Das Angebot ist vielfältig und doch ist das Resultat fast immer gleich: Anbieter versprechen körperlich fittere Arbeitnehmer, weniger stressbedingte Symptome und eine Zunahme der Produktivität. Häufig ist die Effektivität dieser bewegungsfördernden Interventionen nicht erwiesen – von langfristigen Erfolgen ganz zu schweigen. Aber wie trennt man nun den Spreu vom Weizen, wenn es um die Einführung von Interventionen zur Förderung von mehr Bewegung geht? Welche Programme sind am effektivsten, um die physische und psychische Gesundheit von Arbeitnehmern positiv zu beeinflussen? Auf welche Karte sollte die Personalabteilung also bei der Erwägung einer solchen Investition setzen?

Langzeiteffekte von Interventionen zur Bewegungsförderung


Im US-Bundesstaat Texas fand eine Vergleichsstudie von zwei verschiedenen Interventionen zur Bewegungsförderung in Unternehmen statt (Taylor et al., 2016). Verglichen wurde dabei das sogenannte "Booster Break" Fitness-Förderprogramm und das softwarebasierte Programm "Computer Prompt". Beide Initiativen wurden für die Dauer von sechs Monaten durchgeführt. Zur Teilnahme zugelassen waren Mitarbeiter, die mindestens fünf Stunden pro Tag im Sitzen arbeiten.

Booster-Break-Programm

Mit diesem Programm wurde ein strukturierter Fitnessablauf am Arbeitsplatz eingeführt. Zu den im Büro und während der Arbeitszeit stattfindenden Aktivitäten gehörten Krafttraining, Aerobic-Übungen und 60 Sekunden Meditation. Die Übungen dauerten 15 Minuten pro Tag und konnten in normaler Bürokleidung absolviert werden.

Computer-Prompt-Programm

Dieses Programm bestand aus einem softwarebasierten Pausenprogramm, das Mitarbeiter zum Aufstehen und Umherlaufen in Bürogängen, auf den Treppen oder im Freien animieren sollte. Die Sitzzeit wurde durch fünf Computermeldungen in fünf Stunden unterbrochen, die jeweils zu einer dreiminütigen Pause aufforderten. Die Pausenzeiten betrugen also bei beiden Programmen insgesamt 15 Minuten pro Tag.


Kontrollgruppe mit unverändertem Pausenverhalten

Teilnehmer dieser Gruppe wurden gebeten ihr normales Pausenverhalten fortzuführen und empfingen keine weitere Intervention. Kaffee holen und Gespräche mit Kollegen usw. wurden als "normale" Pausen verzeichnet.

Vergleich physischer und psychologischer Auswirkungen Booster-Break- und Computer-Prompt-Programm


Beim Vergleich der beiden Interventionen wurden verschiedene Indikatoren berücksichtigt wie Kennzahlen über die Lebensqualität (soziale Unterstützung auf Arbeit, wahrgenommener Stress und physische und psychische Gesundheit), Lebensstil (BMI, Bauchumfang, Gewicht, ausgeführte Schrittanzahl pro Woche und pro Tag), Sitzverhalten (Computernutzung in Minuten, Fernsehverhalten, Sitzverhalten während der Woche, Sitzverhalten am Wochenende) und kardiometabolische Indikatoren (Cholesterin-, Triglycerid- und Glukose-Werte, Blutdruck).

Taylor et al. (2016) entschieden sich dafür, sowohl regelmäßige als auch unregelmäßige Teilnahme am Booster-Break-Programm mit in den Abschlussbericht aufzunehmen. Regelmäßige Teilnahme definierte sich laut der Studie durch eine Anwesenheit von 80 % während der gesamten Studiendauer.

Regelmäßige Teilnehmer

Bei regelmäßigen Teilnehmern am Booster Break konnten nach Ablauf des Programms höhere Werte des wöchentlichen Schrittpensums verzeichnet werden.
Während eine Zunahme des BMI in der Kontrollgruppe mit unverändertem Pausenverhalten registriert werden konnte, blieb dieser bei Teilnehmern der Computer-Prompt- und Booster-Break-Programme unverändert. Im Zeitraum der sechs Monate, nahm das Sitzverhalten der Teilnehmer aller Gruppen pro Woche zu, wobei dieser Effekt am stärksten in der Kontrollgruppe beobachtet werden konnte. Eine deutliche Abnahme der Sitzzeit an Wochenenden konnte sowohl bei Teilnehmern der Computer-Prompt- als auch Booster-Break-Intervention verzeichnet werden.


Unregelmäßige Teilnehmer

Betrug die Beteiligung an den Programmen weniger als 80 %, konnten einige der positiven Effekte beim Booster-Break-Programm, wie etwa geringere Sitzzeiten am Wochenende, nicht festgestellt werden.

Fazit


Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die computerbasierte Pausenaufforderung als auch das begleitete Bewegungsprogramm positive Gesundheitsauswirkungen haben können und dass mit beiden Programmen jeweils eigene positive Auswirkungen erzielt werden können. Streben Sie als Arbeitgeber an, dass Ihre Mitarbeiter eigenverantwortlich im Sinne ihrer Gesundheit handeln, ist das Softwareprogramm wahrscheinlich effektiver. Die Tatsache, dass sich bewegungsfördernde Interventionen positiv auf das Bewegungsverhalten am Wochenende auswirkten, erwies sich als stabiler bei Arbeitnehmern, die Computeraufforderungen erhielten. Möglicherweise wurde beim Booster-Break-Programm das Sozialverhalten der Teilnehmer angesprochen, wobei das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit zur Teilnahme motivierte. Mit dem Wegfallen dieses Gefühls steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Grund für das gesundheitsfördernde Verhalten verschwindet. Die Auswirkungen von computerbasierten Pausenaufforderungen könnten noch bedeutender sein, würden die Aufforderungen in Echtzeit angeboten und personenbezogene Informationen über das aktuelle Sitz-/Stehverhalten beinhalten.

Unsere aktuelle Work & Move Software beinhaltet computerbasierte Pausenaufforderungen, die Arbeitnehmer zu mehr Bewegung und weniger Sitzen motivieren. Interesse? Lassen Sie sich von uns beraten!


Myrthe van Stralen
Senior Consultant | Research and Development
Office Athletes KnowHow
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