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Nach dem Urlaub kommt der Blues


Die meisten Büroangestellten können im Zeitraum März und April, wenn der Winterurlaub gerade vorbei ist, den Sommerurlaub kaum erwarten. Sie sehnen sich nach dem nächsten längeren Urlaub, um den leeren Akku der eigenen Energie und Leistungsfähigkeit wieder aufladen zu können, um dem Alltagsstress danach wieder ausgeruht entgegentreten zu können. Zumindest erwarten wir, dass wir uns kurz nach dem Urlaub so fühlen. Aber was, wenn das nicht so ist?

Die sich leerenden Akkus der eigenen Energie und Leistungsfähigkeit werden in der Regel, durch täglich auftretende Stressfaktoren und Verhaltensweisen verursacht. Ist man vom Urlaub zurück, merkt man sofort, dass alles noch genauso anstrengend und energieraubend ist wie vorher. Obwohl nach dem Urlaub zuerst ein gewisses Energiepolster existiert, nimmt der Ladestand der Batterie schnell wieder ab. Die Tatsache, dass am Horizont nicht so bald ein weiterer Urlaub wartet, ist dann besonders ernüchternd.

Der innere Akku


Wir können uns sowohl kognitiv als auch emotional und physisch wenig energiegeladen fühlen. Urlaub, das Ausüben von Hobbys und Sport, Freunde und Familie sowie Ruhepausen und gesunde Ernährung werden oft als wichtige Grundfesten im Kampf gegen die tägliche Erschöpfung genannt. Welche Form der Entspannung ist nun aber am effektivsten, um die Batterien wieder aufzuladen?

Abhilfe gegen besonders heftige Stressfaktoren oder Reizüberflutungen bietet die so genannte psychologische Distanz – das Abstand nehmen und Abschalten. Aktive Entspannungsmethoden, die geistig und körperlich herausfordernd sind, sind laut Futurologe Alex Soojung-Kim Pang daher im Gegensatz zu passiven Arten der Entspannung, wesentlich effektiver beim Tanken neuer Kräfte. Gute Methoden um Abzuschalten sind daher die sportliche Betätigung nach der Arbeit oder das Nachgehen eines kreativen Hobbys. Sich von Netflix berieseln zu lassen, ausgedehnte Abende auf der Couch zu verbringen oder stundenlang durchs Netz zu surfen, sind zur Entspannung weniger gut geeignet, da das Gehirn dadurch zu wenig stimuliert wird, um von den Reizen des Alltags effektiv Abstand gewinnen zu können.

De Bloom et al. (2017) untersuchten Freizeitprofile in Verbindung zur Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und dem Erholungsgrad. Die Teilnehmer konnten im Rahmen der Studie, innerhalb eines Jahres, mit großer Wahrscheinlichkeit jeweils einem von vier Profilen der Freizeitgestaltung zugeordnet werden. Je nach Profil (von Intensität bis Abwechslung der Beschäftigung), ergab die Studie unterschiedliche Grade der Erholungsfähigkeit und des Leistungsvermögens.




Die insgesamt 831 teilnehmenden finnischen Arbeitnehmer aus zwölf verschiedenen Unternehmen, konnten dabei am häufigsten dem Profil der sogenannten „Sozialen Sportler“ zugeordnet werden. Wie der Name schon sagt, handelt es sich in dieser Gruppe um Arbeitnehmer, die einen sportlichen Lebensstil in Kombination mit häufiger sozialer Interaktion pflegen, aber keinen kreativen oder kulturellen Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Als „Aktive Künstler“ wurde die Teilnehmergruppe bezeichnet, die sowohl Zeit für kreative Hobbys aufwenden als auch verschiedene andere Hobbys ausführen. Die Gruppe der „Sozial und kulturell Inaktiven“ wendet unterdurchschnittlich wenig Zeit für soziale, kulturelle oder kreative Freizeitbeschäftigungen auf, verbringt aber durchschnittlich viel Zeit bei sportlichen Betätigungen. „Inaktive Einzelgänger“ sind dahingegen unterdurchschnittlich physisch und sozial aktiv, aber in ihrer Freizeit dem Durchschnitt entsprechend kulturell und kreativ tätig.

Über den Zeitraum eines Jahres gemessen, zeigte es sich, dass sich „Aktive Künstler“ mit verschiedenen Freizeitaktivitäten im kreativen, kulturellen und physischen Bereich sowie „Soziale Sportler“ gut von ihrer Arbeit erholen können und höhere Leistungen am Arbeitsplatz erbringen.

Warum gelingt das Aufladen des Akkus im Urlaub besonders gut?


Eigentlich verbrauchen wir im Urlaub – ohne, dass wir viel darüber nachdenken – relativ viel Energie. Urlaub bedeutet eine Flut neuer Reize und Eindrücke, die nicht einfach im Autopilot verarbeitet werden können. Viele Reize, denen wir im Arbeitsalltag begegnen, sind im Gegensatz dazu viel leichter und automatischer zu verarbeiten. Trotzdem schaffen wir es viel besser, uns von der großen Menge an Urlaubseindrücken zu erholen, als von einem durchschnittlichen Arbeitstag.

Das liegt daran, dass wir im Urlaub viel mit dem Profil der „Aktiven Künstler“ gemein haben. Wir machen kulturelle Erfahrungen, üben uns im Sprechen einer anderen Sprache, machen Sport oder betätigen uns anderweitig aktiv und begeben uns unter (neue) Menschen. Unser Gehirn arbeitet unter vollem Einsatz daran, abzuschalten und die besonderen Urlaubserfahrungen zu verarbeiten.

Schlussfolgerung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer


Wie wir unsere Freizeit gestalten, scheint also unser Entspannungs- und Leistungsvermögen am Arbeitsplatz zu beeinflussen. Aus Urlaubserfahrungen lernen wir, wie wir auf aktive Art und Weise unsere Freizeit gestalten und dadurch Energie gewinnen können.

Es ist für Arbeitgeber daher einer Überlegung wert, die Verwendung von Online- oder Offline-Spielen nicht mehr als unproduktives Arbeitsverhalten abzustempeln, sondern als korrekte Verhaltensweisen zum Reizabbau, was wiederum zu besseren Arbeitsleistungen führt. Arbeitgeber könnten daher in Betracht ziehen, während als auch außerhalb der Arbeitszeiten, sportliche Aktivitäten ihrer Angestellten durch Fitnessstudio-Verträge oder finanzielle Beteiligungen am Besuch von Sportkursen zu fördern. Auch kulturelle und/oder kreative Aktivitäten im sozialen Verband könnten unterstützt werden.

Für Arbeitnehmer ist es interessant, das eigene Freizeitverhalten genau zu analysieren. In welches der genannten Freizeitprofile würden Sie sich einordnen? Welches Profil ist am besten für Sie geeignet, um Ihren inneren Akku wieder aufzuladen?
Fühlen Sie sich nach Ihrem Urlaub voller Energie und Tatendrang, aber Ihre Kraftreserven sind schon nach kurzer Zeit wieder erschöpft? Organisieren Sie Ihre Freizeit dann ähnlich wie Ihren Urlaub, um somit einen Rückgang Ihrer Energie und dem lästigen Urlaubsrückkehr-Blues vorzubeugen.


Myrthe van Stralen

Senior Consultant | Research and Development
BakkerElkhuizen (part of Office Athletes)



Quelle:

De Bloom, J., Rantanen, J., Tement, S. & Kinnunen, U. (2017) Longitudinal leisure profiles and their associations with recovery experiences and job performance. (published online www.researchgate.net)




 

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